Lade Datum...
Nachrichten aus Harburg
Lokales

Harburg Statistik 2026: 31 Fakten über den Stadtteil

Von Petra Baumann | 18. Juni 2026
Harburg Statistik 2026: 31 Fakten über den Stadtteil © Foto: Hinnerk Rümenapf (Hinnerk R) / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Abends an einer Ladenzeile in Hamburg-Harburg.

Harburg liegt im Süden Hamburgs, jenseits der Süderelbe, und ist das Herz des gleichnamigen Bezirks. Über Jahrhunderte war Harburg eine eigenständige Stadt mit eigener Burg, eigenem Hafen und eigener Industrie, bevor es 1937 zu Hamburg kam. Heute treffen hier ein historischer Binnenhafen, eine lebendige Fußgängerzone rund um den Sand und ein wachsender Hochschulstandort aufeinander.

Wer hier lebt oder den Stadtteil besser kennenlernen will, stößt schnell auf erstaunliche Zahlen, alte Geschichten und Orte mit Charakter. Wir haben 31 Fakten über Harburg zusammengetragen. Jeder Fakt trägt am Ende eine Nummer, die per Klick zur passenden Quelle springt, deren genaue Adresse sich dort per Mauszeiger anzeigen lässt.

Was dich erwartet

Größe, Lage und Bevölkerung

1. Rund 29.000 Menschen leben im Stadtteil

Am 31. Dezember 2024 zählte Harburg laut Statistikamt Nord genau 29.237 Einwohner. Damit ist der namensgebende Stadtteil einer der bevölkerungsreichsten im gesamten Bezirk und das urbane Zentrum des Hamburger Südens. Auf engem Raum lebt hier eine bunt gemischte Bevölkerung.1

2. Nur 3,9 Quadratkilometer Fläche

Mit einer Fläche von rund 3,9 Quadratkilometern gehört Harburg zu den kompakten Stadtteilen Hamburgs. Auf diesem überschaubaren Gebiet drängen sich Wohnquartiere, das Einkaufszentrum, der Binnenhafen und große Teile der historischen Altstadt. Wer in Harburg unterwegs ist, erreicht das meiste bequem zu Fuß.2

3. Über 7.400 Einwohner pro Quadratkilometer

Die Bevölkerungsdichte lag Ende 2024 bei rund 7.497 Einwohnern je Quadratkilometer und damit deutlich über dem Hamburger Durchschnitt. Diese Zahl zeigt, wie dicht besiedelt der Stadtteil ist, vor allem in den Wohnblocks rund um das Zentrum. Harburg ist damit einer der am stärksten verdichteten Teile des Bezirks.3

4. Bis 1937 eine eigenständige Stadt

Harburg war über Jahrhunderte eine selbstständige Stadt und gehörte zuletzt zur preußischen Provinz Hannover. Erst durch das Groß-Hamburg-Gesetz kam Harburg 1937 zu Hamburg, die endgültige Eingemeindung folgte am 1. April 1938. Bis heute ist diesem Stadtteil sein eigenständiger Charakter anzumerken.4

5. Zentrum eines Bezirks mit 17 Stadtteilen

Harburg ist Namensgeber und Verwaltungssitz des Bezirks Harburg, der sich in 17 Stadtteile gliedert, von Eißendorf und Heimfeld bis Neugraben-Fischbek im Westen. Der gesamte Bezirk zählte Ende 2024 rund 178.341 Einwohner auf etwa 125 Quadratkilometern. Der Stadtteil Harburg bildet dabei das dichte, urbane Herzstück.5

6. Vier verschiedene Postleitzahlen

Obwohl Harburg flächenmäßig klein ist, verteilen sich über den Stadtteil gleich vier Postleitzahlen: 21073, 21075, 21077 und 21079. Sie sind ein Erbe der Zeit, als Harburg als eigene Stadt ein eigenes Postwesen hatte. Für Ortsfremde sorgen die vielen Zahlen manchmal für Verwirrung.6

7. Höchster Punkt liegt bei 79 Metern

Während weite Teile Hamburgs flach am Wasser liegen, reicht Harburg an seinem höchsten Punkt bis auf rund 79 Meter über dem Meeresspiegel hinauf. Der Stadtteil grenzt an die Harburger Berge im Südwesten, die zu den höheren Erhebungen der Hansestadt gehören. Damit hat Harburg deutlich mehr Höhenunterschiede zu bieten als das nördliche Hamburg.7

8. Fast jeder Zweite hat einen ausländischen Pass

Harburg ist einer der internationalsten Stadtteile Hamburgs. Der Ausländeranteil lag zuletzt bei rund 48,5 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch wie im Hamburger Durchschnitt von etwa 20,7 Prozent. Diese Vielfalt prägt das Straßenbild, die Gastronomie und das Angebot der Bäckereien in Harburg.8

Wahrzeichen und Geschichte

9. Das Harburger Schloss reicht bis ins Jahr 1000 zurück

Auf einer trockenen Talsandinsel in der einst sumpfigen Elbniederung stand spätestens um das Jahr 1000 eine erste Burganlage. Die als Horeburg bezeichnete Befestigung wurde zwischen 1133 und 1137 erstmals urkundlich erwähnt und gilt als Keimzelle der späteren Stadt. Reste des Harburger Schlosses haben sich im Binnenhafen bis heute erhalten.9

10. Stadtrecht seit 1297

Harburg erhielt im Jahr 1297 das Stadtrecht und wuchs in den folgenden Jahrhunderten zu einem eigenständigen Gemeinwesen heran. Zwischen 1527 und 1642 war die Stadt sogar Residenz einer Nebenlinie des Hauses Braunschweig-Lüneburg. Diese lange Stadtgeschichte unterscheidet Harburg von vielen anderen Hamburger Stadtteilen.10

11. Das Rathaus stammt aus den Jahren 1890 bis 1892

Das repräsentative Harburger Rathaus wurde zwischen 1890 und 1892 errichtet, als Harburg noch eine selbstständige Stadt war. Der Backsteinbau mit seinem markanten Turm prägt bis heute den Rathausplatz und ist Sitz des Bezirksamts Harburg. Er erinnert an die einstige bürgerliche Eigenständigkeit der Stadt.11

12. Der Harburger Binnenhafen ist von den Gezeiten geschützt

Der Harburger Binnenhafen ist durch eine Schleuse vom Tidenhub der Elbe abgetrennt und damit ein ruhiger Hafen mit konstantem Wasserstand. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts war er ein wichtiger Umschlagplatz zwischen Eisenbahn und Schiff. Hier verband sich Harburgs Industrie mit den Handelswegen der Welt.12

13. Die Phoenix AG machte Harburg zur Gummistadt

1856 wurde im Binnenhafen das Unternehmen gegründet, aus dem die spätere Phoenix AG hervorging. Über mehr als ein Jahrhundert verarbeitete sie hier Kautschuk und machte Harburg zu einem europaweit bedeutenden Standort der Gummiindustrie. Der Name lebt bis heute im Phoenix-Viertel und im Phoenix-Center weiter.13

14. Pflanzenöl und Gummi prägten die Wirtschaftsgeschichte

Neben der Gummiindustrie war Harburg lange ein Zentrum der Pflanzenölverarbeitung. Zahlreiche Ölmühlen verarbeiteten im Binnenhafen importierte Saaten und Nüsse zu Speiseöl und Rohstoffen. Diese industrielle Vergangenheit ist an den alten Speichern und Backsteinfabriken im Hafen bis heute ablesbar.14

Wirtschaft und Bildung

15. Das Phoenix-Center öffnete 2004

Auf dem ehemaligen Gelände der Phoenix AG entstand das Phoenix-Center, das am 29. September 2004 eröffnet wurde. Auf rund 26.500 Quadratmetern Verkaufsfläche bietet es Platz für etwa 110 Geschäfte sowie rund 1.600 Pkw-Stellplätze. Es zählt zu den größten Einkaufszentren im Hamburger Süden.15

16. Der Sand ist Harburgs lebendiger Marktplatz

Im Herzen der Altstadt liegt der Sand, ein langgestreckter Platz, der als zentrale Einkaufs- und Marktmeile dient. Mehrmals in der Woche findet hier der Harburger Wochenmarkt mit frischen, oft regionalen Produkten statt. Rund um den Sand reihen sich Geschäfte und viele der Cafés in Harburg.16

17. Die TU Hamburg sitzt direkt am Rand des Stadtteils

1978 wurde die Technische Universität Hamburg gegründet, deren Campus am westlichen Rand Harburgs im benachbarten Heimfeld liegt. Im Wintersemester 2024/25 waren dort rund 8.473 Studierende eingeschrieben, ein knappes Drittel davon aus dem Ausland. Die Hochschule macht Harburg zu einem wichtigen Wissenschaftsstandort.17

18. Der Binnenhafen wandelt sich zum Kreativquartier

Wo früher Schiffe Rohstoffe löschten, sind im Harburger Binnenhafen längst Büros, Gastronomie und Wohnungen eingezogen. Unter dem Namen Channel Hamburg haben sich rund um die alten Speicher Unternehmen aus Technik und Medien angesiedelt. Aus dem Industriehafen ist so ein gefragtes Arbeits- und Wohnviertel geworden.18

Natur und Freizeit

19. Der Harburger Stadtpark liegt direkt vor der Tür

Im Süden grenzt Harburg an den Harburger Stadtpark, eine rund 21,5 Hektar große Grünanlage rund um die Außenmühle. Ein gut ausgebautes Wegenetz von mehr als 16 Kilometern Länge lädt zum Spazieren, Joggen und Radeln ein. Für die dicht bebaute Innenstadt ist der Park eine wichtige grüne Lunge.19

20. Der Außenmühlenteich ist Harburgs großer See

Das Herzstück des Stadtparks ist der Außenmühlenteich, ein künstlich angelegtes Gewässer mit einer Wasserfläche von rund 25,9 Hektar. Ein etwa drei Kilometer langer Rundweg führt einmal um das Wasser herum und gehört zu den beliebtesten Spazierstrecken im Hamburger Süden. An warmen Tagen ist hier viel los.20

21. Die Harburger Berge bieten Wald vor der Haustür

Südwestlich des Stadtteils erheben sich die bewaldeten Harburger Berge, ein ausgedehntes Naherholungsgebiet mit Wanderwegen und Hügeln. Sie zählen zu den höchsten Erhebungen Hamburgs und bilden einen grünen Gegenpol zum dichten Zentrum. Wer mehr Bewegung sucht, findet auch viele Fitnessstudios in Harburg.21

Kultur und Sehenswürdigkeiten

22. Das Archäologische Museum bewahrt Hamburgs Frühgeschichte

Am Museumsplatz steht das Archäologische Museum Hamburg, das aus dem 1898 gegründeten Helms-Museum hervorging. Es verwahrt die archäologischen Funde der Hansestadt und der südlich angrenzenden Region. Mit seiner Dauerausstellung am Rathausplatz gehört es zu den wichtigsten Museen im Hamburger Süden.22

23. Das Harburger Theater spielt seit 1894

Bereits 1894 wurde in Harburg ein eigenes Theater eröffnet, das bis heute bespielt wird und sich das Gebäude mit dem Archäologischen Museum teilt. Damit verfügt der Stadtteil über eine eigene Bühne mit langer Tradition. Sie ist ein Beleg dafür, dass Harburg lange ein vollwertiges städtisches Kulturleben pflegte.23

Wohnen und Kosten

24. Teuerster Ortsteil im eigenen Bezirk

Innerhalb des Bezirks Harburg verzeichnet ausgerechnet der namensgebende Stadtteil die höchsten Mieten. Im Herbst 2025 lag die durchschnittliche Angebotsmiete bei rund 12,48 Euro pro Quadratmeter. Die zentrale Lage mit Bahnhof, Einkaufszentrum und Fußgängerzone macht sich beim Preis bemerkbar.24

25. Wohnen im Süden bleibt günstiger als in der City

Trotz steigender Preise ist Wohnen in Harburg im Vergleich zu vielen zentralen Hamburger Stadtteilen noch erschwinglich. Im gesamten Bezirk Harburg lagen die Mieten Anfang 2026 bei durchschnittlich rund 11,65 Euro pro Quadratmeter und damit klar unter dem gesamtstädtischen Niveau. Für viele Familien ist das ein wichtiges Argument.25

Verkehr und Anbindung

26. Der Bahnhof Harburg ist Hamburgs drittgrößter

Der Bahnhof Hamburg-Harburg zählt mit rund 80.000 Reisenden pro Tag zu den am stärksten frequentierten Stationen der Stadt und gilt als drittgrößter Bahnhof Hamburgs. Er ist ein wichtiger Knotenpunkt für den Süden der Region. Von hier aus fächern sich die Bahnstrecken nach Bremen und Hannover auf.26

27. Fernzüge halten direkt in Harburg

Anders als die meisten Hamburger Stadtteile hat Harburg einen eigenen Fernbahnhof. Hier halten ICE- und IC-Züge, die Harburg unter anderem mit Hannover, Bremen, Berlin und München verbinden. Wer in den Süden Deutschlands reist, muss dafür nicht erst zum Hauptbahnhof fahren.27

28. Seit 1983 fährt die S-Bahn nach Harburg

1983 wurde die S-Bahn-Anbindung nach Harburg eröffnet, mit Stationen am Bahnhof und am Rathaus. Die Linien S3 und S5 verbinden den Stadtteil seither schnell und im dichten Takt mit der Hamburger Innenstadt und dem Flughafen. Damit rückte der einst abgelegene Süden deutlich näher an die City.28

Was sich in den nächsten Jahren verändert

29. Der Binnenhafen wächst weiter

Die Verwandlung des Harburger Binnenhafens vom Industrie- zum Wohn- und Arbeitsquartier ist noch nicht abgeschlossen. Auf alten Hafenflächen entstehen weiter neue Büros, Wohnungen und Gastronomie am Wasser. Der Hafen entwickelt sich damit zu einem der spannendsten Stadtumbauprojekte im Hamburger Süden.29

30. Die Bevölkerung im Bezirk soll weiter zulegen

Hamburg wächst, und der Bezirk Harburg gehört mit seinen vergleichsweise erschwinglichen Lagen zu den gefragten Zuzugsgebieten. Mehr Einwohner bedeuten zugleich einen wachsenden Bedarf an Wohnungen, Schulen und Kitas. Der Stadtteil steht damit vor der Aufgabe, behutsam nachzuverdichten und seine Infrastruktur auszubauen.30

31. Ein Stadtteil zwischen Tradition und Aufbruch

Harburg bleibt ein Stadtteil der Gegensätze, in dem alte Stadtgeschichte, industrielles Erbe und der Druck einer wachsenden Stadt aufeinandertreffen. Ob im sanierten Binnenhafen, rund um die TU oder in der Fußgängerzone am Sand: Die kommenden Jahre entscheiden darüber, wie der Hamburger Süden seine Vergangenheit und seine Zukunft verbindet. Spannend bleibt es allemal.31

Newsletter
Bleib in Harburg auf dem Laufenden

Einmal pro Woche kostenlos die wichtigsten Nachrichten, Termine und Tipps aus Harburg per E-Mail. Von Harburgern für Harburger.

Jederzeit kündbar. Mit der Anmeldung stimmst du unseren Datenschutzbestimmungen zu.

Artikel teilen
Unabhängiger Lokaljournalismus

Unterstütze Harburg Magazin, damit wir weiterhin kritisch und unabhängig berichten können.

Jetzt mit 5€ unterstützen
Leserstimmen

Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste!

Kommentar schreiben

Wird nicht veröffentlicht

Kostenlose Harburg Woche

Nach dem Motto von Harburgern für Harburger verschicken wir einmal pro Woche kostenlos Neuigkeiten zu Events, Aktuelles und Wissenswertes.

Jederzeit kündbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unseren Datenschutzbestimmungen zu.