Sein Blick auf das Trübe, das Schmuddelige, das Gescheiterte ist unverwechselbar. Heinz Strunk hat aus der Melancholie des Hamburger Südens eine eigene literarische Marke gemacht und damit ein Millionenpublikum erreicht.1
Was viele seiner Leser außerhalb Hamburgs nicht wissen: Der Mann hinter dem Künstlernamen ist ein echtes Harburger Gewächs.
Aufgewachsen ist er im Süden der Elbe, und genau dieses Milieu zwischen Reihenhäusern, Tanzkapellen und Tristesse durchzieht sein gesamtes Werk. Wir haben nachgeschaut, was aus dem wohl bekanntesten Schriftsteller des Bezirks geworden ist.
Vom Harburger Reihenhaus auf die großen Bühnen
Hinter Heinz Strunk steckt bürgerlich Mathias Halfpape, geboren am 17. Mai 1962. Aufgewachsen ist er in Hamburg-Harburg, im Stadtteil Langenbek südlich der Elbe.1
Seine Mutter Margarete Halfpape gab Klavier- und Blockflötenunterricht. Musik lag also früh in der Familie, und der junge Mathias bekam eine klassische Ausbildung an Saxofon und Flöte.1
Die Schulzeit verbrachte er in Harburg, unter anderem an der Realschule Hanhoopsfeld. 1983 machte er sein Abitur.1
Bevor aus ihm ein Autor wurde, zog er als Berufsmusiker durch die Provinz. Über zwölf Jahre spielte er in der Tanzkapelle Tiffanys auf Hochzeiten und Vereinsfesten, eine Erfahrung, die ihn prägte und später sein wichtigstes Buch füllen sollte.1
1992 legte er sich für das Bühnenprogramm Spaß mit Heinz den Namen Heinz Strunk zu. Kurz darauf fand er über Bela B von den Ärzten Anschluss an Rocko Schamoni.1
1995 gründete er gemeinsam mit Schamoni und Jacques Palminger das Comedy-Trio Studio Braun. Mit Telefonstreichen, Hörspielen und schrägem Humor wurde das Trio zur festen Größe der Hamburger Subkultur.1
Der literarische Durchbruch kam 2004. Sein autobiografischer Roman Fleisch ist mein Gemüse, in dem er seine Jahre als Tanzmusiker im Hamburger Süden verarbeitet, wurde ein Bestseller und verkaufte sich bis 2012 weit über 400.000 Mal.1
2016 folgte das Buch, das ihn endgültig in die erste Reihe der deutschen Gegenwartsliteratur hob. Der goldene Handschuh erzählt vom Hamburger Serienmörder Fritz Honka und brachte Strunk den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis ein. 2019 verfilmte Fatih Akin den Stoff, die Premiere lief auf der Berlinale.1
Was Heinz Strunk heute macht (Stand 2026)
Von Ruhestand keine Spur. Heinz Strunk gehört auch mit Anfang sechzig zu den produktivsten Autoren des Landes und veröffentlicht in hohem Tempo.2
2024 erschien sein Roman Zauberberg 2, eine eigenwillige Fortschreibung von Thomas Manns Klassiker in die Gegenwart. Die Hauptfigur Jonas Heidbrink landet nach einer Start-up-Karriere und einem Burnout in einem Sanatorium nahe der polnischen Grenze.3
Im Sommer 2025 legte er mit dem Erzählband Kein Geld Kein Glück Kein Sprit nach, der am 15. Juli 2025 im Rowohlt Verlag herauskam.2
Für genau diesen Band wurde er Ende 2025 mit einer der renommiertesten Auszeichnungen des Landes geehrt. Strunk erhält den Bremer Literaturpreis 2026, dotiert mit 25.000 Euro. Die feierliche Verleihung fand am 26. Januar 2026 im Bremer Rathaus statt.4
Auch 2026 bleibt er im Schreibmodus. Angekündigt ist ein neuer Roman, und wie gewohnt begleitet Strunk seine Bücher mit ausgedehnten Lesetouren durch die Republik.3
Privat lebt Strunk heute im Hamburger Stadtteil Altona, also wieder in seiner Heimatstadt, wenn auch nördlich der Elbe. Hamburg ist und bleibt sein Lebensmittelpunkt.1
Der Harburg-Bezug
Kaum ein anderer Autor hat den Hamburger Süden so konsequent zum literarischen Stoff gemacht wie Heinz Strunk. Harburg ist bei ihm nicht Kulisse, sondern Grundton.1
In Langenbek wuchs er auf, hier ging er zur Schule, und die Atmosphäre der 1970er-Jahre zwischen Reihenhaussiedlung und Provinzlangeweile bildet das Fundament seines Schreibens. Wer Fleisch ist mein Gemüse liest, liest letztlich auch ein Stück Harburger Sozialgeschichte.1
Wer auf den Spuren dieser Prägung durch den Bezirk gehen will, findet in unserer Übersicht zur Geschichte von Harburg den passenden Hintergrund zum Milieu, das Strunk so unverwechselbar beschreibt.
Und wer wissen will, wie die einzelnen Ecken südlich der Elbe heute ticken, wirft am besten einen Blick in unsere Vorstellung der Stadtteile von Harburg, darunter auch Langenbek und Heimfeld.
Ausblick
Langweilig wird es mit Heinz Strunk so schnell nicht. Mit dem Bremer Literaturpreis 2026 ist er endgültig im Kanon der deutschen Gegenwartsliteratur angekommen, ohne seinen rauen, oft komischen Blick auf die Verlierer und Gestrandeten aufzugeben.4
Zwischen neuen Romanen, Lesereisen und seinen Musikprojekten dürfte der gebürtige Harburger auch in den kommenden Jahren für Gesprächsstoff sorgen. Seine Herkunft aus dem Hamburger Süden trägt er dabei nicht als Last, sondern als unerschöpfliche Quelle.
Übrigens ist er nicht das einzige bekannte Gesicht aus dem Bezirk. Auch über andere prominente Köpfe und das Leben südlich der Elbe berichten wir, etwa in unserem Überblick zu den Sehenswürdigkeiten in Harburg.
Häufige Fragen zu Heinz Strunk
Wie alt ist Heinz Strunk und wann wurde er geboren?
Heinz Strunk, mit bürgerlichem Namen Mathias Halfpape, wurde am 17. Mai 1962 geboren. Im Jahr 2026 wird er damit 64 Jahre alt.1
Wo wohnt Heinz Strunk heute?
Strunk lebt heute in Hamburg, im Stadtteil Altona. Seine Heimatstadt hat er nie dauerhaft verlassen, auch wenn er nördlich der Elbe und damit außerhalb seines Kindheitsbezirks Harburg wohnt.1
Was macht Heinz Strunk heute beruflich?
Er ist weiterhin als Schriftsteller, Musiker und Entertainer aktiv. 2024 erschien sein Roman Zauberberg 2, 2025 der Erzählband Kein Geld Kein Glück Kein Sprit, für den ihm der Bremer Literaturpreis 2026 zugesprochen wurde. Zu seinen Büchern geht er regelmäßig auf Lesetour.2
Welches Buch hat Heinz Strunk berühmt gemacht?
Den Durchbruch brachte 2004 der autobiografische Roman Fleisch ist mein Gemüse, der sich über 400.000 Mal verkaufte. Später folgte mit Der goldene Handschuh (2016) ein weiterer großer Erfolg, den Fatih Akin 2019 verfilmte.1
Wie hoch ist das Vermögen von Heinz Strunk?
Zu Heinz Strunks Vermögen gibt es keine seriösen oder offiziellen Angaben.