Im Bezirk Harburg leben rund 178.000 Menschen, gut jeder elfte Hamburger wohnt damit südlich der Elbe.1 Der Bezirk wächst seit Jahren stetig, ist im Schnitt ähnlich alt wie Gesamt-Hamburg und wird vor allem durch Zuzug aus dem In- und Ausland größer.
Dieser Beitrag bündelt die wichtigsten Eckdaten zu Bevölkerung, Geburten, Wanderung, Alter und Herkunft. Eine kompaktere Zahlenübersicht findest du in unserer Harburg-Statistik, eine Karte der Stadtteile unter Stadtteile in Harburg.
Kurz zur Abgrenzung: Harburg ist zugleich ein ganzer Hamburger Bezirk mit 17 Stadtteilen und ein einzelner Stadtteil (die Harburger Innenstadt). Dieser Text behandelt in erster Linie den Bezirk Harburg. Wo es um den Stadtteil geht, steht es ausdrücklich dabei.2
- Harburg-Demografie auf einen Blick
- Wie viele Menschen leben in Harburg?
- Wächst, stagniert oder schrumpft Harburg?
- Harburg im Vergleich zu Hamburg
- Geburten und Sterbefälle
- Wanderungssaldo: Zuzug und Wegzug
- Altersstruktur: Wer ist wie alt in Harburg?
- Internationaler geworden: Migration in Harburg
- Verteilung über die Stadtteile
- Ausblick
- Quellen
Harburg-Demografie auf einen Blick
- Einwohner Bezirk Harburg: rund 178.000 (31.12.2024)
- Wachstum 2015 bis 2025: rund 12 Prozent (von 160.000 auf knapp 180.000)
- Ausländeranteil: 28,4 Prozent (Hamburg: 20,7 Prozent)
- Migrationshintergrund: 52,7 Prozent, mehr als jeder Zweite
- Anteil unter 18 Jahren: 18,8 Prozent, höher als im Hamburger Schnitt
- Anteil ab 65 Jahren: 17,2 Prozent, leicht unter dem Hamburger Schnitt
- 17 Stadtteile, vom dichten Innenstadt-Quartier bis zum Obstanbau im Alten Land
Wie viele Menschen leben in Harburg?
Mit rund 178.000 Einwohnern (Melderegister, Hauptwohnsitz, Stand 31.12.2024) ist Harburg nach Einwohnern der zweitkleinste der sieben Hamburger Bezirke und stellt knapp zehn Prozent der Hamburger Bevölkerung.1 2015 wohnten hier gut 160.000 Menschen, Ende 2025 waren es bereits rund 179.700.3
Einwohnerentwicklung des Bezirks Harburg, 2000 bis 2025 (Melderegister, Hauptwohnsitz, jeweils 31.12.). Der Sprung 2008 ist kein realer Bevölkerungsverlust: Zum 1. März 2008 wechselte der Stadtteil Wilhelmsburg vom Bezirk Harburg in den Bezirk Hamburg-Mitte. Die rote Linie zeigt den heutigen Zuschnitt. Quelle: Statistikamt Nord.
Im langen Verlauf fällt der scharfe Knick 2008 auf. Er ist kein realer Einwohnerschwund, sondern eine Verwaltungsgrenze: Zum 1. März 2008 wechselte der bevölkerungsstarke Stadtteil Wilhelmsburg vom Bezirk Harburg in den Bezirk Hamburg-Mitte.3 Seitdem geht es im heutigen Zuschnitt fast ununterbrochen aufwärts. Den Bezirk in seiner heutigen Form gibt es seit 1951, der große Teil seines Gebiets kam 1937 mit dem Groß-Hamburg-Gesetz zu Hamburg, mehr dazu in der Geschichte Harburgs.2
Wächst, stagniert oder schrumpft Harburg?
Harburg wächst klar. Im heutigen Zuschnitt legte der Bezirk von rund 153.700 Einwohnern (2008) auf knapp 179.700 (2025) zu, ein Plus von gut 17 Prozent in 17 Jahren.3 Allein zwischen 2015 und 2025 kamen rund 19.000 Menschen hinzu. Echte Schrumpfungsphasen gab es in dieser Zeit nicht, nur 2020 trat das Wachstum coronabedingt kurz auf der Stelle.
Innerhalb des Bezirks ist das Wachstum ungleich verteilt. Stadtteile mit aktivem Wohnungsbau wie Neugraben-Fischbek (Vogelkamp, Fischbeker Heidbrook) legen stärker zu als die dicht bebaute Harburger Innenstadt oder die alten Großwohnsiedlungen.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Einwohner 2008 (heutiger Zuschnitt) | 153.667 |
| Einwohner 2015 | 160.211 |
| Einwohner 2020 | 169.221 |
| Einwohner 2024 | 178.341 |
| Einwohner 2025 | 179.693 |
Harburg im Vergleich zu Hamburg
Harburg ist jünger und internationaler als Hamburg insgesamt, beim Anteil der Älteren liegt der Bezirk dagegen leicht unter dem Stadtschnitt. Die folgende Tabelle stellt die wichtigsten Kennzahlen aus den amtlichen Stadtteil-Profilen gegenüber.4
| Kennzahl | Bezirk Harburg | Hamburg gesamt |
|---|---|---|
| Bevölkerung (31.12.2024) | 178.341 | 1.862.565 |
| Ausländeranteil | 28,4 % | 20,7 % |
| Migrationshintergrund | 52,7 % | 40,4 % |
| unter 18 Jahre | 18,8 % | 16,8 % |
| 65 Jahre und älter | 17,2 % | 17,8 % |
| Einwohner je km² | 1.414 | 2.601 |
Geburten und Sterbefälle
Harburg ist ein vergleichsweise kinderreicher Bezirk: Der Anteil der unter 18-Jährigen liegt mit 18,8 Prozent klar über dem Hamburger Wert von 16,8 Prozent.4 In absoluten Zahlen verzeichnete der Bezirk im Berichtsjahr 2023 rund 1.747 Geburten und 1.767 Sterbefälle.4
Der natürliche Saldo, also Geburten minus Sterbefälle, liegt damit ungefähr bei null. Das Wachstum Harburgs speist sich folglich nicht aus dem Geburtenüberschuss, sondern fast vollständig aus der Wanderung.
Wanderungssaldo: Zuzug und Wegzug
Der Wanderungssaldo war zuletzt deutlich positiv. Im Berichtsjahr 2023 standen rund 18.072 Zuzügen etwa 15.466 Fortzüge gegenüber, macht ein Plus von rund 2.606 Personen.4 Genau dieser Wanderungsgewinn trägt das Bevölkerungsplus des Bezirks. Hinzu kommt, dass die vergleichsweise günstigen Mieten südlich der Elbe (siehe Mietspiegel Harburg) Familien aus teureren Hamburger Lagen anziehen.
Altersstruktur: Wer ist wie alt in Harburg?
Harburg ist an beiden Enden der Altersskala etwas anders aufgestellt als Hamburg: mehr Kinder und Jugendliche, etwas weniger Ältere.4 Innerhalb des Bezirks gibt es starke Unterschiede. Die Harburger Innenstadt ist mit einem Durchschnittsalter von rund 37 Jahren sehr jung, während Stadtrandlagen wie Marmstorf oder Rand-Stadtteile spürbar älter sind.5
| Altersgruppe | Anteil Bezirk Harburg | Anteil Hamburg |
|---|---|---|
| unter 18 Jahre | 18,8 % | 16,8 % |
| 65 Jahre und älter | 17,2 % | 17,8 % |
Den Alterungseffekt bremst der Zuzug junger Familien, vor allem in den Neubauquartieren von Neugraben-Fischbek. In den älteren Großwohnsiedlungen lebt dagegen eine Stammbevölkerung, die zunehmend in die Phase ab 70 plus rückt.
Internationaler geworden: Migration in Harburg
Mehr als jeder zweite Harburger hat eine Migrationsgeschichte. Ende 2024 lebten im Bezirk rund 96.155 Menschen mit Migrationshintergrund, das entspricht 53,9 Prozent, deutlich über dem Hamburger Mittel von 41,2 Prozent.6 Der enger gefasste Ausländeranteil liegt bei 28,4 Prozent.4 Beide Werte steigen seit Jahren: 2009 hatten erst 35,5 Prozent der Bezirksbevölkerung einen Migrationshintergrund, heute sind es über 55 Prozent.5
Am deutlichsten zeigt sich das im Stadtteil Harburg selbst: Hier haben rund 67 Prozent der Einwohner und sogar rund 86,5 Prozent der unter 18-Jährigen einen Migrationshintergrund.4 Die Harburger Innenstadt ist damit eines der internationalsten Quartiere Hamburgs und prägt das Straßenbild rund um den Sand und die Lüneburger Straße stark.
Verteilung über die Stadtteile
Der Bezirk gliedert sich in 17 sehr unterschiedliche Stadtteile, von der dichten Innenstadt über Großwohnsiedlungen bis zu den Obstbauern im Alten Land (Neuenfelde, Cranz, Francop).7 Die folgende Tabelle zeigt die einwohnerstärksten Stadtteile (Stand 31.12.2024).7
| Stadtteil | Einwohner | Charakter | Trend |
|---|---|---|---|
| Neugraben-Fischbek | 35.295 | wächst | wachsend |
| Harburg (Innenstadt) | 29.237 | jung, sehr international | leicht wachsend |
| Eißendorf | 25.557 | gemischt | stabil |
| Heimfeld | 22.995 | Uni-nah (TUHH) | leicht wachsend |
| Wilstorf | 17.930 | gemischt | leicht wachsend |
| Hausbruch | 16.919 | Großwohnsiedlung | stabil |
| Marmstorf | 9.290 | Einfamilienhäuser | stabil |
| kleinere Stadtteile (10) | 21.118 | ländlich/Hafen geprägt | stabil |
Die zehn kleineren Stadtteile umfassen unter anderem Langenbek, Sinstorf, Rönneburg, Neuland/Gut Moor sowie die ländlich und vom Hafen geprägten Süderelbe-Orte. Wachstumsmotor war zuletzt eindeutig Neugraben-Fischbek mit seinen Neubaugebieten.
Ausblick
Harburg dürfte weiter wachsen. Hamburg insgesamt legte 2024 erneut zu und erreichte rund 1,86 Millionen Einwohner.8 Südlich der Elbe sorgen Neubauquartiere wie Vogelkamp und Fischbeker Reethen in Neugraben-Fischbek sowie Nachverdichtungen in der Innenstadt für zusätzlichen Wohnraum. Gleichzeitig wird der Bezirk internationaler und an den Rändern älter. Bei Wohnungsbau, Schulen, Kita-Plätzen und Pflege bleibt das die zentrale Aufgabe der kommenden Jahre.
Hinweis zur Methodik
Zahlen basieren auf dem Hamburger Melderegister (Hauptwohnsitz) und den Hamburger Stadtteil-Profilen des Statistikamts Nord. Bezirks- und Hamburg-Werte aus dem Vergleich stammen aus dem Berichtsjahr 2023, Einwohnerstände aus den Melderegister-Auswertungen bis 31.12.2025. Werte gerundet, Stichtage variieren (in der Regel 31.12.). Geringe Abweichungen zu Einzelveröffentlichungen sind möglich. Der Sprung 2008 in der Zeitreihe geht auf die Umgliederung Wilhelmsburgs zum Bezirk Hamburg-Mitte zurück.